Eine von drei Säulen der Kulturarbeit nach § 96 BVFG in Baden-Württemberg
Das IKDE ist eine von drei Einrichtungen in Baden-Württemberg, die sich mit der Kultur und Geschichte der Deutschen des östlichen Europa beschäftigen und dem Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg unmittelbar nachgeordnet sind. Genauso wie das IKDE ist das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL) in Tübingen eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Während das IKDE im Fachzusammenhang der Empirischen Kulturwissenschaft/Kulturanalyse verortet ist, steht das IdGL für stärker historisch ausgerichtete Forschungen. Als Kultur- und Bildungseinrichtung realisiert das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg (HdH BW) seinen Vermittlungsauftrag unter anderem in Form von Lesungen, Publikationen, Ausstellungen, Konzerten, Diskussionsveranstaltungen oder Schülerwettbewerben.
Wichtiger Partner und Teil des baden-württembergischen Netzwerks ist darüber hinaus das Donauschwäbische Zentralmuseum (DZM) in Ulm.
Vernetzung am Standort Freiburg
Aufs Engste vernetzt ist das IKDE mit dem Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Mitarbeitende des IKDE bringen sich in die universitäre Lehre ein und vermitteln so den Studierenden der Empirischen Kulturwissenschaft Zugänge zu den Themen und Beständen des IKDE. Zugleich profitiert das IKDE von der Rückbindung an die Perspektiven und Interessen der Studierenden.
Weitere Arbeitskontakte zu Institutionen aus dem empirisch-kulturwissenschaftlichen Fachzusammenhang bestehen in Freiburg und Umgebung mit der Landesstelle für Alltags- und Regionalkultur (Außenstelle Südbaden in Staufen), dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik an der Albert-Ludwigs-Universität sowie der Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft e.V. in Freiburg.
Vernetzung mit Einrichtungen im östlichen Europa
Besondere Bedeutung kommt der Vernetzung des IKDE mit Forschungs- und Archiveinrichtungen sowie Museen im östlichen Europa zu. Zeitgemäße Forschung auf Grundlage von § 96 BVFG findet in engem Austausch mit der dortigen Scientific Community statt. Bedeutsam sind ebenfalls Bibliotheks- und Archivbestände zu den Themen des IKDE, die ausschließlich in Einrichtungen im östlichen Europa zugänglich sind. Vice versa beinhaltet das Archiv des IKDE Quellen, die in den Archiven im östlichen Europa nicht überliefert wurden und umso wichtiger für Studien zu den entsprechenden Herkunftsregionen sind.
Voraussetzung für erfolgreiche Forschung und Archivarbeit sind daher Arbeitskontakte und Kooperationen. Diese tragen zu einer grenzüberschreitenden Verständigung über teils viele Jahrzehnte höchst strittige Themen bei und kommen nicht zuletzt auch der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zugute. Das IKDE unterhält Arbeitsbeziehungen zu folgenden wissenschaftlichen Einrichtungen im östlichen Europa:
In Polen
- Institut für Germanistische Philologie der Universität Łódź/Lodsch
- Institut für Germanistische Philologie der Schlesischen Universität zu Katowice/Kattowitz
- Institut für Germanistik der Universität Wrocław/Breslau
- Germanistisches Institut der Universität Opole/Oppeln
In Tschechien
- Etnologický ústav Akademie věd ČR [Ethnologisches Institut der Tschechischen Akademie der Wissenschaften]
- Ústav slovansko-germánských studií, Univerzita J. E. Purkyně v Ústí nad Labem [Institut für slawisch-germanische Studien, Jan-Evangelista-Purkyně-Universität Ústí nad Labem/Aussig]
- Ústav etnologie a středoevropských a balkánských studií [Institut für Ethnologie und mitteleuropäische und Balkan-Studien, Karls-Universität Prag]
In Ungarn
- Debreceni Egyetem, Néprajztudományi és Muzeológiai Intézet [Institut für Ethnographie und Museologie der Universität Debrecen]
- Eötvös Lorand Tudományegyetem, Néprajzi Intézet [Institut für Volkskunde der Eötvös Lorand Universität, Budapest]
- HUN-REN Társadalomtudományi Kutatóközpont, Kisebbségkutató Intézet / HUN-REN Centre for Social Sciences, Institute for Minority Studies [HUN-REN Geisteswissenschaftliches Forschungszentrum, Institut für Minderheitenforschung]
Archive und Museen
- Collegium Bohemicum, Ústí nad Labem [Collegium Bohemicum, Aussig an der Elbe]
- Jakob-Bleyer-Heimatmuseum in Budaörs
- Magyarországi Németek Országos Önkormányzata [Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen]
- Muzeum Cheb [Bezirksmuseum Eger]
- Státní okresní archiv Cheb [Kreisarchiv Eger]
- Státní okresní archiv Karlovy Vary [Kreisarchiv Karlsbad]
Kommission Kulturelle Kontexte des östlichen Europa
Die Kommission Kulturelle Kontexte des östlichen Europas innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft (DGEKW) geht bereits auf das Jahr 1949 (damals als Kommission für Volkskunde der Heimatvertriebenen) und den Wunsch zurück, die Vielfalt der kulturellen Überlieferungen der nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Ländern des östlichen Europa Geflüchteten und Vertriebenen zu dokumentieren und ihre Integration in die deutschen und westeuropäischen Nachkriegsgesellschaften zu begleiten. Heute widmet sich die Kommission Fragen transnationaler Verflechtungen und multiethnischer Bezüge innerhalb des östlichen Europa und darüber hinaus.
Mehr als 15 Jahre waren Vorstand und Geschäftsführung der Kommission wie auch die Redaktion ihrer Publikationen am IKDE angesiedelt. In dieser Zeit erschienen nicht nur zahlreiche Bände des Jahrbuchs der Kommission, sondern auch mehrere Titel in der Schriftenreihe, zuletzt Zsolt Vitáris Studie über „Generative Sozialisation und/oder ethnische Mobilisierung. Deutschungarische Kinder und Jugendliche im Volksbund und in der Deutschen Jugend“ (2024). Auch nach dem 2023 vollzogenen Wechsel der Kommissionsleitung nach München ist sie weiterhin ein wichtiger Partner des Instituts.