Forschungsprojekt

Ikonografie von Flucht und Vertreibung

Welche Bilder stehen für die alte Heimat? Welche Geschichte haben die verwendeten Motive, Gestaltungsformen und Stilmittel? Welcher Bildmarken bedient man sich, wenn man Flucht und Vertreibung und den damit verbundenen Heimatverlust darstellen möchte? Was gehört schließlich zum Bilderkanon des Themenbereiches „Flucht–Vertreibung–Heimatverlust“? Diesen und ähnlichen Fragen zum kollektiven Bildgedächtnis ist das 2019 abgeschlossene Projekt nachgegangen.
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Projektdetails

Projektleitung: Elisabeth Fendl
Projektbeteiligte: Elisabeth Fendl, Bernadette Gebhardt
Projektlaufzeit: 2000–2019
Kooperationen/Partner: Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde/Kommission kulturelle Kontexte des östlichen Europa, Institut für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa e.V. (IKKDOS)

In dem Projekt wurden visuelle und sprachliche Bilder in den Blick genommen. In Festzügen, Theaterstücken und Filmen umgesetzte Bildkomplexe, aber auch Denkmäler aller Art, Inszenierungen in Ausstellungen, Konzepte von Heimatstuben und Museen und die Ausgestaltung öffentlicher Gebäude lieferten interessante Befunde. Ausgehend von den am Institut für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europa (IKDE) in Freiburg betriebenen Forschungen zu den Heimatzeitschriften der Deutschen in und aus dem östlichen Europa nach 1945 beschäftigte sich das Projekt auch mit der Gestaltung und Ästhetik dieser besonderen Gattung von Periodika.

Wappen von Städten und Regionen der alten Heimat auf Fest.
In Vertriebenengemeinden wie dem oberpfälzischen Neutraubling wurde die Erinnerung an die „alte Heimat“ spätestens seit den 1960er-Jahren u.a. in verschiedenen jährlich wiederkehrenden Festen wachgehalten. Wappen von Städten und Regionen der alten Heimat gehörten zur Ausstattung eines jeden Festes.
Detail aus einer Ausstellungskoje.
Detail aus einer Ausstellungskoje auf dem Sudetendeutschen Tag 2007 in Augsburg. Bei den jährlich stattfindenden Heimattreffen der deutschen Vertriebenen werden/wurden Heimatandenken in großer Zahl präsentiert.
Glasfenstern in Kirche thematisiert die Heimatregionen der nach dem Zweiten Weltkrieg in den Odenwald gekommenen Heimatvertriebenen.
Ungarn/Siebenbürgen-Fenster in der Kirche „St. Sophia“ in Erbach im Odenwald. In diesem Kirchengebäude wurden in den 1950er-/1960er-Jahren auf den Glasfenstern die Heimatregionen der nach dem Zweiten Weltkrieg in den Odenwald gekommenen Heimatvertriebenen thematisiert.