Lehrveranstaltung, Dr. Tilman Kasten

Erzählen von Ende und Anfang. Narrativierung von Erfahrungen des Kriegsendes 1945 sowie von Flucht und Vertreibung

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Institutsgründer Johannes Künzig im Jahr 1958 mit Frau Z. Kerndia/Krndija bei Aufnahmen in seinem Tonarchiv.

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  • HS 01 008, Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Maximilianstraße 15, 79100 Freiburg

„Ende“ und „Anfang“ sind zentrale Kategorien, mit denen Menschen zeitlichen Vorgängen Ordnung und Sinn verleihen. Was als Ende oder Anfang bezeichnet wird, versteht sich allerdings nicht von selbst, sondern ist Ausdruck von Erfahrungsmustern, (retrospektiven) Sinnzuschreibungen oder Wissensbeständen – und daher aus kulturwissenschaftlicher Perspektive von Interesse. Vor allem in Erzählungen spielen Ende und Anfang eine wichtige Rolle, seien es Mythen, literarische Texte, alltägliche Erzählungen oder auch größere Narrative. Der Frage nach dem Zusammenhang von Endpunkten, Anfängen und biographischen Erzählungen ist das Seminar gewidmet.

Im Jahr 2025 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Das Seminar nimmt diesen Jahrestag zum Anlass, um Erzählungen von Zeitzeug*innen sowie weitere Quellen zu analysieren, in denen das Kriegsende und sich daran anschließende Ereignisse aus Akteursperspektive thematisiert werden. Als Materialgrundlage dienen dabei ausgewählte Archivbestände des IVDE mit Bezug zum östlichen Europa. Neben dem Kriegsende im engeren Sinne spielen ‚Flucht und Vertreibung‘ dabei ebenso eine Rolle wie Fragen einer neuen ‚Heimat‘.

Im Rahmen des Seminars findet am 11. Juli 2025 (vsl. 10 bis 15 Uhr) ein gemeinsamer Workshop mit Studierenden der Freiburger Slavistik sowie des Ethnologischen Instituts der Karls-Universität in Prag statt, die sich in Seminaren mit ähnlichen Themen beschäftigen. Die Teilnahme an diesem Workshop ist verpflichtend. Die Sitzungen am 3. Juli 2025 und am 17. Juli 2025 entfallen.

Zum Eintrag im Vorlesungsverzeichnis der Universität Freiburg.